Blickwinkel Dresden - Erlebnispfad Äußere Neustadt

Station 2 - Tiere auf Wohnungssuche

Auf der Martin-Luther-Kirche nisten Turmfalken. Das Guckrohr am gleichnamigen Platz lenkt den Blick auf ihre Niststätte oberhalb der Besucherplattform. Die Greifvögel haben ihr Leben an die Stadt angepasst. Sie halten den 81 Meter hohen Kirchturm für einen Ersatzfelsen, der zu ihrem Lebensraum wurde.

Mitte der 90er Jahre hatte sich dort das erste Brutpaar angesiedelt. Rund 120 gibt es noch in Dresden, an die 200 waren es in den siebziger Jahren. Gerade die strukturreichen und verfallenen Gebäude der Gründerzeit boten ihnen damals lebensnotwendige Nischen. Zudem hatte der Angriff 1945 Freiflächen hinterlassen – Biotope, in denen Mäuse, Maulwürfe, Kleinvögel und Insekten lebten und den Falken als Nahrung dienten. Mit der Sanierung schlossen sich vielerorts Brachen und verschwanden Nistgelegenheiten an erneuerten Fassaden.